Rassismuskritische und intersektionale Bildung
Gibt es in deiner Organisation, deinem Team oder für dich als Einzelperson Anliegen im Umgang mit Rassismus und Diskriminierung?
Wir, Asya Pekyigit und Purnima Vater, unterstützen seit Jahren Menschen und Institutionen bei ihren rassismuskritischen und intersektionalen Bildungs- und Transformationsprozessen. Gerne arbeiten wir mit euch an euren Anliegen und stimmen uns dabei auf eure Bedarfe ab. Sei es in Form von Workshops, Beratungen, Coachings sowie Supervision, Organisationsentwicklung, Fachberatung und Prozessbegleitung – kurz-, mittel- und langfristig. Wir verbinden intersektionales und rassismuskritisches Wissen mit praxisnaher Reflexion. Es geht darum, Marginalisierung und Diskriminierung strukturell in euren jeweiligen Kontexten besser zu verstehen, um Handlungsspielräume zu erweitern und eure Praxis intendiert zu gestalten. Schaut euch gern in unseren Formaten um, die sich an unterschiedliche Zielgruppen richten. Meldet euch bei uns, auch wenn ihr noch nicht genau wisst, was genau am besten zu euch passt. Gern schneiden wir auch ein genau auf eure Anliegen abgestimmtes Angebot zu. Füllt einfach das Anfragenformular aus und umreißt euer Anliegen so, wie ihr mögt.
Workshops
Dieser Workshop richtet sich an rassifizierte Personen und bietet einen geschützteren Raum (safer space) für Austausch, Stärkung und gegenseitige Unterstützung. Im Mittelpunkt steht das gemeinsame Teilen von Erfahrungen, Wissen und Strategien, um individuelle und kollektive Handlungsspielräume zu erweitern und zu stärken. Ziel ist es, sich miteinander zu vernetzen, solidarische Perspektiven zu entwickeln und Gegenentwürfe zu diskriminierenden Strukturen zu schaffen.
Dieser Workshop bietet eine Einführung in zentrale Begriffe und Konzepte von Diskriminierung, Rassismuskritik und Intersektionalität. Die Teilnehmenden lernen, wie gesellschaftliche Machtverhältnisse entlang von Race, Class, Gender, Sexualität oder Ability miteinander verwoben sind und Ungleichheiten hervorbringen. Dabei werden theoretische Grundlagen mit der Reflexion der eigenen Positioniertheit verbunden.
In diesem Workshop wird weißsein als gesellschaftliches und historisch gewachsenes Machtverhältnis verstanden, das auf kolonialer Ausbeutung, Vorherrschaft und der Konstruktion von Überlegenheit basiert. Die Teilnehmenden setzen sich mit den Entstehungsgeschichten und Wirkmechanismen von weißsein auseinander und reflektieren ihre eigene Positionierung innerhalb dieser Strukturen. Ziel ist es, ein tieferes Verständnis von Privilegien, Macht und Verantwortung zu fördern und einen kritischeren und bewussteren Umgang mit dem eigenen weißsein zu ermöglichen.
Angelehnt an die Perspektiven von bell hooks richtet sich dieser Workshop an Cis-Männer, die sich mit patriarchalen Strukturen und ihrer männlichen Sozialisation auseinandersetzen möchten. Ausgangspunkt ist das Patriarchat als gesamtgesellschaftliches Machtverhältnis, das Cis-Männern gleichzeitig Privilegien verschafft und ihre Handlungsmöglichkeiten einengt. Der Workshop eröffnet einen sanften und zugleich kritisch-analytischen Raum, in dem wir betrachten, wie Männlichkeit sozial konstruiert ist und wie patriarchale Muster Gefühle, Nähe, Verletzlichkeit, Scham, Konflikte und Kommunikation prägen. Wir sprechen darüber, wie patriarchale Gewalt wirkt, ohne Cis-Männer in Kategorien von „schuldig“ oder „unschuldig“ einzuteilen. Dabei wird intersektional gedacht: Wie verschränken sich Männlichkeit, weißsein, Klasse, Sexualität und andere gesellschaftliche Positionierungen miteinander? Und wie formen diese Verhältnisse unterschiedliche Erfahrungen, Handlungsspielräume und Verantwortlichkeiten? Ziel des Workshops ist es, Austauschräume zu schaffen, in denen Cis-Männer anfangen Orientierung im Umgang mit patriarchalen Handlungsweisen zu finden. Es soll auch darum gehen, Möglichkeiten zu erkunden, wie solidarische Verbündetenschaften gegen das Patriarchat aussehen könnten, ohne die Realität patriarchaler Gewalt zu verharmlosen.
In diesem Workshop wird die Praxis des Sensitivity Readings als diskriminierungskritische, rassismuskritische und intersektionale Lesart von Texten erprobt. Gemeinsam werden verschiedene Textformen untersucht, mit Blick auf Sprache, Macht und Reproduktion dominanter Denkmuster. Ob wissenschaftliche Arbeiten, Werbetexte, oder andere Veröffentlichungen – wir nehmen uns das vor, woran ihr arbeiten möchtet. Dabei wird die Anwendung selbst zur Lernpraxis: Die Teilnehmenden erarbeiten, wie diskriminierungskritische Analysen durchgeführt werden können, und reflektieren, wie alternative Begriffe und Sprachformen neue Bedeutungsräume eröffnen können.
Dieser Workshop richtet sich an Kulturschaffende und Mitarbeitende in Institutionen wie Theatern, Museen, Orchestern oder anderen kulturellen Räumen. Im Zentrum steht die Auseinandersetzung mit den eigenen institutionellen Strukturen, Selbstverständnissen und Zielgruppen. Anstatt die Diversifizierung des Publikums in den Vordergrund zu stellen, werden die historischen und gegenwärtigen Verflechtungen kultureller Praxis mit Hochkultur, weißsein und Marginalisierungen in den Blick genommen. Gemeinsam werden Formen institutioneller Ausrichtung und ästhetischer Praxis kritisch befragt, um zu verstehen, wie bestimmte Publika adressiert und imaginiert werden. Ziel ist es, die Wirkung von weißsein in Kulturarbeit erkennbar zu machen und kritisch zu befragen, um Möglichkeiten für Intervention und Veränderung innerhalb kultureller Praxis zu eröffnen.
Beratung, Fachberatung & Coaching
Dieses Coaching richtet sich an Menschen, die sich rassismuskritisch, machtkritisch und intersektional orientieren möchten – sei es aus persönlichem Interesse, beruflichen Anforderungen oder aufgrund weiterer Anliegen und Fragen. Wir arbeiten bedarfsorientiert und begleiten individuelle Lern- und Reflexionsprozesse zu Macht- und Herrschaftsverhältnissen und ihren intersektionalen Verschränkungen (Rassismen, Geschlechterpluralitäten, Ableismus, Klassismus, Adultismus und weiteren). Dabei begegnen wir Unsicherheiten sensibel und klar, bieten Orientierung und unterstützen darin, rassismuskritische Perspektiven zu entwickeln und für das eigene Denken und Handeln fruchtbar zu machen. Auch in den Einzelcoachings können alle Inhalte gebucht werden, die wir im Rahmen unserer Workshops anbieten. Das Coaching kann sich auf einzelne Themen oder Fragestellungen beziehen oder über längere Zeiträume als kontinuierlicher Reflexions- und Lernprozess gestaltet werden, je nach Bedarf. Ziel ist es, dich dort abzuholen, wo du dir rassismuskritische Orientierung wünschst und Raum zu schaffen, in denen Fragen, Ambivalenzen und Veränderungsprozesse Platz haben.
Dieses Format bietet Supervision für Einzelpersonen und Teams, die ihre Zusammenarbeit aus einer rassismuskritischen Perspektive reflektieren möchten. Die Begleitung ist dezidiert positioniert und bezieht gesellschaftliche Macht- und Diskriminierungsverhältnisse in die supervisorische Arbeit ein. Dabei werden Dynamiken innerhalb des Teams ebenso betrachtet wie institutionelle Rahmenbedingungen, um sich Mehrfachdiskriminierungen im Arbeitskontext transformativ zuzuwenden. Ziel ist eine kontinuierliche Auseinandersetzung mit der eigenen Positioniertheit, Verantwortung und Handlungspraxis – und eine Supervision, die gesellschaftliche Machtverhältnisse einbezieht.
Dieses Coaching richtet sich an Führungskräfte und Menschen in Leitungs- und Verantwortungspositionen, die ihre Arbeitspraxis rassismuskritischer und intersektionaler ausrichten möchten. In einem geschützten, professionellen und klar strukturierten Rahmen begleiten wir individuelle Lernprozesse und rassismuskritische Professionalisierung. Wir begleiten dabei, Unsicherheiten im Umgang mit Rassismus, weißsein und strukturellen Ungleichheitsverhältnissen zu begegnen. Dabei geht es nicht darum, fehlendes Wissen abzuwerten, sondern Lernbedarfe präzise aufzugreifen: im Umgang mit eigener Positioniertheit, in sprachlichen und kommunikativen Fragen, in Personal- und Entscheidungspraxen, in der Repräsentation nach außen sowie im alltäglichen Leitungshandeln. Wir vermitteln rassismuskritische und intersektionale Perspektiven und unterstützen Führungspersonen darin, diese in ihre Rolle, Verantwortung und Praxis einzuordnen. Das Coaching bietet Raum, Herausforderungen anzusprechen, Grundlagen zu vertiefen und Handlungsmöglichkeiten zu erweitern – bedarfsorientiert und abgestimmt auf den jeweiligen organisationalen Kontext. Je nach Bedarf können einzelne Themencoachings stattfinden oder längerfristige Prozesse gestaltet werden, in denen wir kontinuierlich an Haltung, Handlungssicherheit und machtkritischerer Reflexion im Führungskontext arbeiten.
Dieses Format richtet sich an Lehrende und pädagogische Fachkräfte, die ihre Bildungsarbeit rassismuskritischer gestalten möchten. In der Fachberatung werden konkrete Fragen und Anliegen aus dem pädagogischen Alltag praxisorientiert aufgegriffen. Im Mittelpunkt kann je nach Bedarf eine Auseinandersetzung mit Sprache, Bildungsmaterialien, Bewertungsverfahren und institutionellen Routinen stehen, um diskriminierungskritischere Perspektiven auf Lehren und Lernen zu eröffnen. Ziel ist es, pädagogisches Handeln bewusster und verantwortungsvoller zu gestalten und Lehr- und Lernräume in ihren Pluralitäten diskriminierungskritischer zu denken.
Diese Beratung richtet sich an weiße Eltern und Bezugspersonen von Kindern, die Rassismuserfahrungen machen. In solchen familiären Konstellationen entstehen spezifische Herausforderungen: Rassismus wird aus unterschiedlichen Perspektiven wahrgenommen und verstanden – und weiße Bezugspersonen können bestimmte Dimensionen rassistischer Erfahrungen ihrer Kinder oft nur begrenzt sehen oder einordnen.
In der Beratung bieten wir Orientierung, Grundlagenwissen und rassismuskritische Perspektiven, um weiße Bezugspersonen darin zu unterstützen, Rassismus besser zu erkennen, zu verstehen und handlungsfähiger zu werden. Gemeinsam sprechen wir über weißsein und darüber, welche Grenzen und Möglichkeiten diese Positionierung mit sich bringt. Wir arbeiten an konkreten Situationen aus dem Alltag, entwickeln sprachliche und praktische Handlungsmöglichkeiten und begleiten Eltern dabei, ihre Kinder bei Rassismuserfahrungen sicherer zu unterstützen. Darüber hinaus geht es darum, Wege zu finden, wie Kinder auf Rassismus vorbereitet und im gemeinsamen familiären Miteinander gestärkt werden können: Welche Netzwerke können unterstützen? Welche Strukturen sind wichtig? Wie können Unsicherheiten und das eigene weißsein verantwortungsvoll bearbeitet werden? Wir beraten aus rassifizierter Perspektive und begegnen weiße Elternteilen dort, wo Fragen, Sorgen und Unsicherheiten bestehen, klar, feinfühlig und rassismuskritisch ausgerichtet.
Rassismuskritische Prozessbegleitung und Organisationsentwicklung
Dieses Format richtet sich an Bildungs- und Kulturinstitutionen, NGOs, Vereine, politische Bewegungen und andere Organisationen, die ihre eigenen Involviertheiten in Macht- und Herrschaftsverhältnisse strukturell verändern möchten. Solche Veränderungen brauchen Zeit und sind daher prozesshaft angelegt.
Genau diese Prozesse begleiten wir, indem wir sie strukturell organisieren und dabei fachlich beratend und bedarfsorientiert vorgehen. Unsere fachliche Beratung ist dezidiert rassismuskritisch und intersektional positioniert. Zentral steht die Frage, an welchen Stellen eure Strukturen in Macht- und Herrschaftsverhältnisse involviert sind. Prozesshaft widmen wir uns gemeinsam mit euch der Analyse dieser Involviertheiten, durchlaufen dabei rassismuskritische Bildungsprozesse und identifizieren konkreten Veränderungsbedarf. Wir begleiten dabei, wie sich Veränderungen in eurer Praxis Schritt für Schritt vornehmen lassen. Diese werden erprobt, schleifenhaft reflektiert und nachjustiert, um eine Veränderung zu schaffen, die langfristig wirksam ist. So können Veränderungen angestoßen und nachhaltig verankert werden. Veränderung wird dabei als kollektive Aufgabe verstanden. Es entstehen Räume, in denen Unsicherheiten, Widersprüche und Lernprozesse Platz haben und in denen Organisationen Verantwortung für rassismuskritische und intersektionale Transformationen übernehmen können. Aus langjähriger Erfahrung mit rassismuskritischen Transformationsprozessen wissen wir, dass solche Veränderungen, insbesondere auf der strukturellen Ebene, nicht nur Zeit benötigen, sondern auch mit spezifischen Herausforderungen verbunden sein können. Diese Prozesse erfordern Geduld, Klarheit und eine machtkritische Orientierung. Im Laufe unserer Arbeit konnten wir unterschiedlichste Erfahrungen darin sammeln, Organisationen sowohl feinfühlig als auch richtungsweisend entlang zu begleiten – theoretisch informiert, politisch positioniert und professionell in der Prozessgestaltung. Dieses Erfahrungswissen fließt in jede Begleitung ein und unterstützt dabei, Veränderungsprozesse verantwortungsvoll, transparent und tragfähig zu gestalten.